Bedarfsanalyse: Nachhaltigkeitsdaten und freiwillige Berichtsfähigkeit von KMU in Brandenburg

Wie gehen kleine und mittlere Unternehmen in Brandenburg mit Nachhaltigkeitsdaten, ESG-Anfragen und freiwilliger Berichtsfähigkeit um? Die Bedarfsanalyse aus dem Interreg-Europe-Projekt CSRDatSME gibt Einblicke in Hürden, Datenanforderungen und Unterstützungsbedarfe befragter Unternehmen. 

Nachhaltigkeitsdaten werden für KMU relevanter

Auch wenn viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) formal nicht unmittelbar zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet sind, können sie indirekt mit Nachhaltigkeits- und ESG-Datenanforderungen konfrontiert werden – etwa durch Kund:innen, Auftraggeber:innen, Lieferkettenpartner:innen, Banken oder öffentliche Auftraggebende. ESG steht für Environmental,Social and Governance;– also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Gemeint sind Anfragen zu Nachhaltigkeitsinformationen, zum Beispiel zu CO₂-Emissionen, Energieverbrauch, Lieferketten oder Unternehmensverantwortung. Das Projekt CSRDatSME – Increased competitiveness of SME through valid sustainability reporting untersucht, wie KMU beim Aufbau von Nachhaltigkeitsdatenmanagement, freiwilliger Berichtsfähigkeit und der Beantwortung wachsender ESG-Datenanforderungen unterstützt werden können. 

Was wurde untersucht? 

Die Technische Hochschule Brandenburg hat im Projekt CSRDatSME eine Bedarfsanalyse für Brandenburg durchgeführt. Grundlage ist eine Online-Befragung von 134 KMU mit Sitz in Brandenburg, ergänzt durch Gespräche mit regionalen Unterstützungsakteur:innen.Die Ergebnisse sind aufgrund der freiwilligen Teilnahme nicht repräsentativ für alle KMU in Brandenburg. Sie zeigen jedoch wiederkehrende Herausforderungen und geben Hinweise darauf, wo Unternehmen Unterstützung benötigen. 

Zentrale Ergebnisse 

Die Bedarfsanalyse zeigt: Für viele Unternehmen beginnt freiwillige Berichtsfähigkeit nicht mit einem fertigen Nachhaltigkeitsbericht, sondern deutlich früher. Entscheidend sind zunächst verlässliche Daten, klare Zuständigkeiten, wiederholbare Prozesse und passende Kompetenzen. 

Die Analyse gibt unter anderem folgende Hinweise:

  • 73,7 % der antwortenden Unternehmen bewerten Nachhaltigkeit als wichtig oder sehr wichtig.
  • 28,7 % der befragten Unternehmen wurden bereits aufgefordert, Nachhaltigkeitsdaten weiterzugeben. 
  • Bei Unternehmen mit Datenanfragen beziehen sich die Abfragen besonders häufig auf CO₂-Emissionen (65,6 %); ebenfalls häufig werden Angaben zu Energieverbrauch und Lieferketteninformationen verlangt. 
  • Zentrale Hürden sind Zeitaufwand (67,6 %), fehlendes Personal (48,6 %), Kosten (48,6 %), fehlendes Wissen (45,7 %) und unklare Anforderungen (40,0 %)
  • Unterstützungsbedarf zeigt sich vor allem bei direkt nutzbaren und zeitsparenden Angeboten: praxisorientierte Materialien (57,7 %), Online-Formate/Webinare/Selbstlernkurse (55,7 %) und finanzielle Unterstützung (50,5 %).
Warum ist das wichtig? 

Nachhaltigkeitsdatenmanagement ist nicht nur ein Berichtsthema. Es berührt auch Fragen der Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Robustheit von KMU.

Unternehmen, die Nachhaltigkeitsdaten strukturiert erfassen und nutzen können, sind besser vorbereitet auf Anforderungen aus Markt, Finanzierung, Lieferketten und Beschaffung. Gleichzeitig können sie interne Prozesse gezielter steuern und Transformationsentscheidungen fundierter vorbereiten. 

Der Aufbau von Nachhaltigkeitsdatenmanagement kann KMU daher dabei unterstützen, 

  • externe Datenanfragen effizienter zu beantworten,
  • wiederkehrende Abfragen besser vorzubereiten,
  • Energie-, Ressourcen- und Klimadaten nutzbar zu machen,
  • interne Zuständigkeiten und Abläufe zu klären,
  • freiwillige Standards wie den VSME-Standard besser einzuordnen,
  • ihre Auskunfts- und Anpassungsfähigkeit zu stärken.

Download der Bedarfsanalyse

Die vollständige Bedarfsanalyse steht hier als PDF zur Verfügung: Bedarfsanalyse Nachhaltigkeitsdaten und freiwillige Berichtsfähigkeit von KMU in Brandenburg herunterladen

Titel der Analyse: 
Nachhaltigkeitsberichterstattung im Fokus: Bedarfe, Hürden und Unterstützungsoptionen von KMU in Brandenburg im Kontext wachsender ESG-Datenanforderungen 

Projekt: CSRDatSME 
Projektpartner Brandenburg: Technische Hochschule Brandenburg 
Stand: 14.07.2026 

 

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Über CSRDatSME 

CSRDatSME ist ein europäisches Kooperationsprojekt im Rahmen von Interreg Europe. Gemeinsam mit Partner:innen aus mehreren europäischen Regionen untersucht das Projekt, wie KMU beim Aufbau von Nachhaltigkeitsdatenmanagement, freiwilliger Berichtsfähigkeit und der Beantwortung wachsender ESG-Datenanforderungen unterstützt werden können. 

Die Technische Hochschule Brandenburg ist Projektpartnerin für Brandenburg. 

[Mehr zum Projekt CSRDatSME]( https://www.interregeurope.eu/csrdatsme

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